Methoden und Techniken der Systemischen Beratung, Systemischen Therapie und dem Systemischen Gesundheits-Coaching – Koblenz, Köln, Bonn

Zu den vielfältigen Methoden in der systemischen Therapie gehören verschiedene Gesprächs- und Fragetechniken, kreative Gestaltung, wie z.B. Collagen, arbeiten mit Oh-Karten und aktive Aufstellungen mit Personen, Figuren oder Gegenständen, um Strukturen des Systems darzustellen.

 

Systemischen Beratung, Systemischen Therapie und dem Systemischen Gesundheits-Coaching – Koblenz, Köln, Bonn, Familienstellen,

 

Systemische Gesprächs- und Fragetechniken

Das Ziel der systemischen Gesprächs- und Fragetechnik ist, Informationen über das System zu erlangen und zu verdeutlichen, wie bestimmte Situationen und Erlebnisse von den Mitgliedern des Systems unterschiedlich wahrgenommen und bewertet werden. Hierbei können die Systemmitglieder angeregt werden, neue Lösungsansätze zu finden und umzusetzen.

Zirkuläres Fragen

Beim zirkulären Fragen werden Gedanken, Meinungen und Gefühle anderer Mitglieder im System erfragt. Das zirkuläre Fragen bewirkt, dass sich der Befragte in eine andere Person hineinversetzt und so einen anderen Blickwinkel zu bestimmten Situationen bekommt.

Wunderfragen

Angenommen – es geschieht über Nacht ein Wunder. Woran würden sie es merken und wie würde sich ihre Situation dadurch verändern?‘ Über diese Frage kann der Befragte Lösungsmöglichkeiten für sein Problem finden und erkennen, was er noch zur Klärung des Problems benötigt.

Fragen nach Ressourcen

Die Frage nach Ressourcen ist sinnvoll und erweitert den Blick auf neue Verhaltensweisen. Sie richtet den Fokus auf Lösungsmöglichkeiten, die erfolgreich und zielorientiert sind, da oftmals die Aufmerksamkeit allein auf das Problem gerichtet ist.

Skalierungsfragen

Skalierungsfragen zeigen einen Stellenwert von 0 – 10 an und geben Auskunft über die Gewichtung eines Problems. Außerdem können Fortschritte und Unterschiede festgestellt werden.

Paradoxe Intervention

Paradoxe Intervention bedeutet, widersprüchlich zu handeln. Z.B. wird eine Person, die an Schlaflosigkeit leidet, zum Wachsein aufgefordert, oder eine Person, die an Depressionen leidet, dazu aufgefordert, jeden Nachmittag für eine Stunde depressiv zu sein – aber eben nur für diese eine Stunde. Durch diese Verhaltensaufgaben kann das erstarrte System wieder in Bewegung kommen und der Betroffene hat die Chance, alte Verhaltensmuster aufzulösen und den Alltag neu zu gestalten.

Hypothetische Fragen

Was wäre, wenn sie sich auf einmal nicht mehr über ihren Chef aufregen würden?‘, oder ‚Wie würden sie reagieren, wenn sie jemand um etwas bittet?‘ Hypothetische Fragen bieten die Möglichkeit, alte Verhaltensmuster zu überdenken und lösungsorientiert zu agieren.

Reframing

Reframing bedeutet, dass eine neue Interpretation des Problems angeboten wird. Der Klient hat die Möglichkeit, das Problem von einer anderen Seite aus zu betrachten und umzudeuten, es ggf. sogar als Hilfe anzusehen, und mit dieser Erkenntnis z.B. eine Krankheit oder ein Symptom so verändert wird, dass er anschließend völlig gesund sein kann.

Geschichten

Jeder Mensch hat seine eigene Lebensgeschichte. Mit dem narrativen Ansatz ist es möglich, die Lebensgeschichte mit einem anderen Fokus oder neuen Umfeld zu belegen, so dass die Geschichte neugestalten werden kann und die Schwere und das Belastende an Bedeutung verliert. Es geht nicht darum, Geschehenes zu verleugnen oder zu negieren, denn der Mensch wurde auch durch seine Lebensgeschichte geprägt, sondern darum, dass der Betroffene trotz allem Erlebten eine Leichtigkeit und neue Lebensqualität erlangt und mit Distanz die Vergangenheit betrachten kann.

Rituale

Mit Hilfe von Ritualen können Verhaltensmuster ‚irritiert‘ werden. D.h., wenn etwas zu viel Bedeutung beigemessen wird, kann eine Lockerung der Regel hilfreich sein und wenn etwas unterritualisiert ist, können feste Regeln der Alltagsabläufe Stabilität geben. Z.B. feste Essenszeiten, Schlafzeiten, etc.

Auch Übergangsrituale bieten die Möglichkeit, Probleme zur Lösung zu führen. Z.B. können rituelle Trennungen vom Problem symbolisch durchgeführt werden indem etwas verbrannt, vergraben oder versenkt wird. Anschließend erfolgt dann ein Begrüßungsritual. Hierzu verwendet man ein Symbol, das für eine Ressource steht, die bei der Problemlösung hilft oder schon für die Lösung steht. Dieses Symbol kann unterschiedlichste Formen haben wie z.B. aufgestellte Figuren, Bilder, etc. Dies kann insbesondere bei blockierten Entwicklungsphasen in der Kindheit und bei Prozessen von Trauer und Trennungsarbeit eingesetzt werden.

Soziogramm

Mit einem Soziogramm lassen sich soziale Beziehungen in einem System darstellen. Mit Verbindungslinien kann man grafisch darstellen, wie die Mitglieder zueinander in Beziehung stehen.

Genogramm

Ein Genogramm ist aufgebaut wie ein Stammbaum und ist sehr hilfreich, um die eigene Herkunftsgeschichte über Generationen hinaus darzustellen, Gewohnheiten und Traditionen, bestimmte Verhaltensmuster und Regeln im System aufzuzeigen, um die Familiengeschichte besser nachvollziehen zu können.

Systemische Aufstellung

Bei einer systemischen Aufstellung kann jedes System, das in einer Beziehung zueinandersteht – Familie, Gruppen, Kollegen, Organisationen – sowie auch Ursachen und Gründe für Konflikte, Krankheiten, Symptome, Fragen zu bestimmten Lebensumständen – aufgestellt werden. Diese können mit Hilfe von Figuren, Gegenständen oder Bodenankern dargestellt werden oder in einer Gruppe mit Personen.

Diese Lösung kann der Aufstellende dann internalisieren und damit arbeiten, damit sich die Lösung manifestieren und die neu entdeckten eigenen Ressourcen positiv entwickelt werden können.

Abschlussintervention

Am Ende einer therapeutischen Sitzung wird eine Empfehlung oder ein Abschlusskommentar angeboten, d.h. eine kurze Zusammenfassung über die Stunde erstellt und dem Klienten verschiedene oben angeführte Möglichkeiten der systemischen Arbeit in Form einer ‚Hausaufgabe‘ mitgegeben. Mit dieser Aufgabe kann sich der Klient dann bis zum nächsten Termin befassen und experimentieren und dabei beobachten, wie sich Dynamiken und Verhaltensmuster in den wechselseitigen Beziehungen des Systems verändern und dadurch eine neue Lebensqualität erreicht werden kann.

Was geschieht in der systemischen Therapiesitzung?

Die systemische Therapiesitzung beginnt mit der sogenannten Auftrags- und Zielklärung. Der Therapeut möchte wissen, womit er seiner Gesprächspartnerin oder seinem Gesprächspartner hilfreich sein kann. Wenn möglich, werden bereits früh mögliche Ziele ins Spiel gebracht, damit Therapeut und Klient/in Wissen, wohin die Reise gehen soll.

Die Auftrags- und Zielklärung führt nicht immer punktgenau auf den Weg, der im ersten Gespräch angesteuert wird. Es wäre nicht im Sinne der systemischen Therapie, vorher festzulegen, was später sein wird und soll. Auftrags- und Zielklärung haben in erster Linie den Sinn, Anfangspunkte zu setzen, die eine erste Orientierung ermöglichen. Was dann geschieht, zeigt sich während des Beratungsprozesses. Ein geflügeltes Wort der systemischen Therapie lautet: „Der Weg entsteht beim Gehen.“

Systemische Therapeutinnen und Therapeuten verfügen über eine Vielzahl von Techniken und Methoden. Sie alle haben zum Ziel, mit der Klientin oder dem Klienten neue Wirklichkeitsräume zu öffnen. Manche der Techniken sind auf den ersten Blick ungewöhnlich und vielleicht sogar befremdlich. Die sogenannte „Paradoxe Intervention“ gehört in diese Kategorie.

In der Regel nimmt die systemische Therapie nur wenige Sitzungen in Anspruch. Es ist aber durchaus möglich, dass sich längere therapeutische Prozesse entwickeln.

 

Systemischen Beratung, Systemischen Therapie und dem Systemischen Gesundheits-Coaching – Koblenz, Köln, Bonn

 

Methoden der systemischen Therapie

  • Reframing (Umdeutung) …
  • Hypothetische ziel- und lösungsorientierte Fragen / Wunderfrage. …
  • Arbeit mit Metaphern und Geschichten. …
  • Zirkuläres Fragen. …
  • Symptomverschreibung. …
  • Soziogramm und Genogramm. …
  • Familienskulptur.
  • Auftraggeberin und die Bedeutung von Kooperation
  • Achtung vor der Autonomie und der Eigendynamik des Systems
  • Wirklichkeit als gemeinsame „Konstruktion“ – die Veränderung „innerer Landkarten“
  • Ausnahmen und „Möglichkeitssinn“
  • Verstörung von Mustern
  • Selbstreflexiver Dialog
  • Rituale
  • Metaphern
  • Externalisierung
  • Reflektierendes Team
  • Abschlussinterventionen und „Verschreibungen“
  • Therapeutische Handlungsweisen aus anderen Ansätzen
  • Genogramm, Skulptur Arbeit, Aufstellungen

Der Systemische Ansatz lässt sich in vielen Bereichen hilfreich einbringen:

  • Therapie und Beratung
  • Supervision
  • Coaching
  • Medizin
  • Organisationsberatung und -entwicklung
  • Pädagogik
  • Seelsorge
  • Politikberatung
  • Pflege

in all jenen Bereichen, in denen es um die professionelle Entwicklung und Gestaltung von Kommunikations- und Problemlösungsprozessen geht.

Youtube – DGSF e.V. Dieses Video entstand als Abschlussarbeit im Kurs Systemische Beratung am Systemischen Institut Augsburg und wurde der DGSF von Julian Engel zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

 

 

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